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Augenerkrankungen

Das Auge altert. – Damit verbunden sind auch verschiedene Augenerkrankungen. Um diese frühzeitig feststellen und somit erfolgreich behandeln zu können, ist es wichtig, die wesentlichen Symptome als Patient zu erkennen und davon ausgehend sich augenärztlich untersuchen zu lassen. So ist es auch mit zunehmendem Alter möglich, nicht auf das gewohnte Sehempfinden verzichten zu müssen.

Aber nicht nur im Alter können Augenerkrankungen auftreten, auch in jungen Jahren sind regelmäßige Augenarztbesuche unabdingbar, um bei dem kleinen aber sehr wichtigen Organ (Tor zu Welt) die Sehfähigkeit zu sichern.

Im Folgenden möchten wir Sie über die häufigsten Augenerkrankungen informieren und Ihnen wertvolle Tipps zur Früherkennung und erfolgreichen Behandlungsmethoden geben.

Überblick

Makuladegeneration

Was ist die Makula?

Als Makula wird der Teil der Netzhaut (Augeninnenwand) bezeichnet, auf dem die höchste Dichte der insgesamt über 100 Millionen Sinneszellen konzentriert sind. Die Makula befindet sich genau auf der Netzhautmitte und wird auch gelber Fleck genannt. Bei den Sinneszellen spricht man auch von Stäbchen und Zapfen. Alle Gegenstände, die man beim Geradeausblick klar und scharf erkennt werden an dieser Stelle abgebildet. Das auf der Makula entstehende Bild wird dann über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet. 

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Wie entsteht Makuladegeneration?

Die Makula ist die wertvollste Stelle der Netzhaut. Es ist die Stelle der Netzhaut, die die höchste Leistung erzielen kann und muss. Nicht zuletzt ist die Makula die Stelle auf der Netzhaut, die im Laufe des Lebens dem meisten Licht ausgesetzt ist. Durch einen besonders komplizierten Aufbau und enorm hohen Stoffwechsel kann die Makula hohe Leistung erbringen. Zugleich ist sie so aber auch besonders anfällig gegenüber schädigenden Einflüssen, Entzündungen, Stoffwechseldefekten, Durchblutungsstörungen und Alterungsvorgängen der Netzhaut.

Durch jeden Schaden an der Makula fallen Sinneszellen aus, wodurch es zu einem Defekt in der Mitte eines wahrgenommenen Bildes kommt.

Wie macht sich Makuladegeneration bemerkbar?

Eine Makuladegeneration ist meist durch die folgenden Warnsymptome erkennbar:

  • Wahrnehmung eines dunklen Flecks
  • Verzerrte Bildwahrnehmung
  • Größenveränderte Bildwahrnehmung
  • Herabgesetzte Sehschärfe.

Gibt es Faktoren, die Makuladegeneration beeinflussen?

Ja, neben dem hohen Alter gibt es verschiedene Risikofaktoren, die die Makuladegeneration negativ beeinflussen können. Hierzu zählen:

  • Bluthochdruck
  • Rauchen
  • Sonnenlicht
  • unausgewogene Ernährung mit Mangel an Vitaminen

Nach der ARED-Studie – age related eye disease study – sollen die Vitamine A, C und E (Antioxidantien), Zink und Lutein (so genanntes Makulapigment) in hoher Dosierung bei manchen Formen der Makuladegeneration ein Fortschreiten der Erkrankung hemmen.

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Wie kann eine Makuladegeneration festgestellt werden?

Selbstkontrolle mit Amsler-Gitter

Die Wahrnehmung eines formveränderten (verzerrten) oder größenveränderten Bildes deutet mit einer recht hohen Wahrscheinlichkeit darauf hin, dass eine feuchte Makuladegeneration vorliegt.

Anhand des unten stehenden Amsler-Gitters können Sie im Selbsttest feststellen, ob bei Ihnen der Verdacht auf eine Makuladegeneration besteht. 

Amsler-Gitter

Untersuchung mit dem Augenspiegel

Die feuchte Makuladegeneration kann in manchen Fällen durch eine Laserbehandlung gestoppt werden. Die Voraussetzung hierfür ist jedoch die frühzeitige Erkennung. Mit Hilfe einer Vergrößerungslupe können früheste Veränderungen im Bereich der Makula festgestellt werden. Für diese Untersuchung muss die Pupille geweitet werden.

Spectrale optische Cohärenz-Tomographie (SOCT)

Mit der Spectralen optischen Cohärenz-Tomographie (SOCT) kann mittels Lichtschnitten durch alle Netzhautschichten der Makula eine differenzierte Stadieneinteilung vorgenommen werden.

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Spectrale optische Kohärenztomographie (SOCT)
Spectrale optische Kohärenztomographie (SOCT)

Fluoreszenzangiographie

Um abzuklären, ob eine trockene oder feuchte Makuladegeneration vorliegt, und ob eine Laserbehandlung ratsam ist, kann eine so genannte Fluoreszenzangiographie durchgeführt werden. Bei dieser Untersuchungsmethode wird ein Farbstoff (Fluorescein oder Indozyangrün) in eine Blutader am Arm appliziert, mit dessen Hilfe sich alle Gefäße in der Netzhaut und deren Zustand sehr genau darstellen lassen. Anhand einer speziellen Augen-Videokamera kann der Augenhintergrund dann genauestens auf Veränderungen beobachtet werden.

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Formen der Makuladegeneration

Bei der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) wird zwischen der trockenen und der feuchten Makuladegeneration unterschieden.

Die trockene Makuladegeneration

Die Makuladegeneration zählt zu den am häufigsten auftretenden Erkrankungen der zentralen Netzhaut und ist nach dem Grauen Star die zweithäufigste Augenerkrankung im höheren Alter. In mehr als 70 Prozent aller Fälle tritt sie in einer "trockenen" Form auf.

Die trockene Form entsteht zum einen durch die langsam zunehmende Ausdünnung von Netzhautschichten in der Makula. Zum anderen kann sie durch Altersveränderungen in angrenzenden Geweben, die die Makula mit Nährstoffen versorgen, hervorgerufen werden.

In der Folge kommt es zu einer langsamen Abnahme von intakten Sinneszellen in der Makula, die wiederum zur Abnahme der Sehschärfe an dem betroffenen Auge führt. Die Verschlechterung der Sehschärfe kann so langsam erfolgen, dass es der betroffene Patient selbst nicht bemerkt. Bei der trockenen Makuladegeneration bleibt oftmals eine brauchbare Sehschärfe erhalten.

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Eine Frühform der trockenen Makuladegeneration mit kleinen gelblichen Ablagerungen unter der Netzhaut (sog. Drusen)
Vergrößerte Darstellung

Die feuchte Makuladegeneration

Die „feuchte“ Form der Makuladegeneration tritt wesentlich seltener auf. Sie wird hervorgerufen, wenn die Netzhaut infolge von Altersveränderungen gegen tiefer liegende, gefäßreiche Gewebeschichten nicht mehr ausreichend abgegrenzt ist. In diesem Falle können Gefäße bis in die Makula hineinwachsen, wodurch es zu Blutungen in der Netzhaut kommen kann, die letztlich zur Vernarbung der Makula führen. Wie auch bei der trockenen Form führt die feuchte Form der Makuladegeneration durch die beschriebene Weise zum Absterben von Sinneszellen.

Im Falle der feuchten Makuladegeneration sind meist alle vier oben genannten Symptome zu beobachten. Da die Sehverschlechterung bei der feuchten Form meist rasch und massiv erfolgt, wird sie in der Regel frühzeitig vom Patienten bemerkt.

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Feuchte Makuladegeneration mit Fettablagerungen
Brüchige Gefäße (Neovaskularisationen) unterhalb der Netzhaut

Wie kann die Makuladegeneration behandelt werden?

Laserbehandlung

Durch eine Laserbehandlung kann die verlorene Sehschärfe zwar nicht wiederhergestellt werden, aber die noch vorhandene gute Restsehschärfe erhalten werden. Die aggressive feuchte Makuladegeneration kann somit in eine wesentlich günstigere trockene Verlaufsform umgewandelt werden.

Im frühen Stadium der feuchten Makuladegeneration kann das Laserverfahren der Photodynamischen Therapie Abhilfe schaffen. Auf diese Weise können auch abnormale Gefäße behandelt werden, die sich bereits unter der Netzhautmitte befinden.

Operation

Für die seltenen Fälle, in denen keine Laserbehandlung möglich, aber der Befund noch relativ frisch ist, kann eine Glaskörperoperation (Vitrektomie) Erfolg versprechen. Wenn Blutungen diagnostiziert wurden, die sich unter der Netzhaut befinden, können blutauflösende Medikamente ins Auge eingegeben werden. Eventuell wird im Nachgang eine Vitrektomie mit dem Entfernen von Blutungen und Gefäßneubildungen vorgenommen.

Medikamentöse Behandlung

Neue Hoffnungen werden jetzt auf die medikamentöse Behandlung der Makuladegeneration gesetzt, hierbei handelt es sich um die sogenannten intravitrealen Injektion. In einer wissenschaftlichen Studie wurde bestätigt, dass eine Injektion von gefäßwachstumshemmenden Substanzen der schleichende Sehverlust gestoppt werden kann. Bei immerhin jedem vierten verbesserte sich die Sehfähigkeit erheblich.

Nach der ARED-Studie – age related eye disease study – sollen die Vitamine A, C und E (Antioxidantien), Zink und Lutein (so genanntes Makulapigment) in hoher Dosierung bei der trockenen Form der Makuladegeneration einem Fortschreiten der Erkrankung vorbeugen. Diese Substanzen können durch bilanzierte Diäten dem Körper zugeführt werden.

Vergrößernde Sehhilfen

Da es durch die Makuladegeneration zu einer eingeschränkten Lesefähigkeit kommt, können vergrößernde Sehhilfen in vielen Fällen Abhilfe schaffen.

Zusätzlich können verschiedenste optische und elektronische Hilfsmittel dazu beitragen, die verbliebenen Netzhautanteile möglichst optimal zu nutzen. Spezielle stereoskopische vergrößernde Sehhilfen (Lupenbrillen) können bei höherer Vergrößerung beispielsweise das beidäugige Sehen ermöglichen und in manchen Fällen sogar die Lesefähigkeit wiederherstellen.

In Verbindung mit einer Lesebrille können zusätzlich auch Leuchtleselupen genutzt werden. Eine Optimierung der Lichtverhältnisse mit individuell ausgewählten Lichtfarben kann die Lesefähigkeit ebenfalls verbessern.

Wie beraten Sie gern über die verschieden Möglichkeiten.

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Grüner Star (Glaukom)

Was ist der Grüne Star?

Der Grüne Star ist eine der häufigsten Erblindungsursachen. Unter dem Begriff „Glaukom" fasst man heute eine heterogene Gruppe von Augenerkrankungen zusammen, die zu einer progredienten Schädigung des Sehnerven mit Verlust visueller Funktion führen. Der individuell zu hohe Augeninnendruck ist ein wichtiger pathogenetischer und Risikofaktor der Erkrankung, aber kein unabdingbarer, fester Bestandteil der Glaukomdefinition mehr.

Beim gesunden Auge regelt sich das Verhältnis zwischen der Bildung und dem Abfluss von Augenwasser von selbst. Im Fall, dass der Abfluss des inneren Augenwassers nicht mehr richtig funktioniert, kommt es zu einem Rückstau von Augenwasser, was einen erhöhten Augendruck verursacht.

Durch den individuell erhöhten Augendruck werden wichtige Teile des Sehnervens geschädigt. Jede zerstörte Nervenfaser lässt das Sehvermögen weiter absinken. Typische Gesichtsfeldausfälle sind häufig das erste Anzeichen eines fortgeschrittenen Glaukoms. 

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Formen des Grünen Stars

Der Grüne Star kann in verschiedenen Formen auftreten:

1. Der chronische Grüne Star (Offenwinkelglaukom):

Dies ist die häufigste und heimtückischste Form. In den meisten Fällen gibt es keine Anzeichen und das Offenwinkelglaukom stellt sich ohne irgendwelche Beschwerden ein.

Das chronische Glaukom tritt gehäuft ab dem 40. Lebensjahr auf. Fast immer betrifft es beide Augen, in den seltensten Fällen nur ein Auge. Wenn das Offenwinkelglaukom einmal diagnostiziert wurde, bedarf es einer lebenslangen Behandlung.

2. Der plötzlich auftretende Grüne Star (Glaukomanfall):

Diese Erkrankung ist viel seltener, kann aber sehr dramatisch verlaufen: Akut verspüren die Betroffenen eine deutliche Verschlechterung der Sehkraft. Mit der plötzlich schwindenden Sehkraft gehen zudem die Wahrnehmung von Ringen um Lichtquellen und stärksten Schmerzen einher. Die staken Schmerzen werden oft mit Bauschmerzen verwechselt, da gleichzeitig Übelkeit und Erbrechen auftreten.

3. Der Grüne Star als Folgekrankheit (sekundäres Glaukom):

Diese Form des Grünen Star wird durch andere Augenerkrankungen, wie Entzündungen, Netzhautablösungen oder auch den Grauen Star ausgelöst. Auch Systemveränderungen mit Ablagerung auf der Augenlinse und im Kammerwinkel können ein Sekundärglaukom hervorrufen (Pseudoexfoliationsglaukom).

4. Der angeborene Grüne Star (congenitales Glaukom):

Wenn diese Glaukomform bei den betroffenen Säuglingen nicht entdeckt wird, können die Kinder erblinden. Frühe Anzeichen, die auf angeborenen Grünen Star hindeuten, sind Lichtscheue und besonders große "schöne" Augen (Buphthalmus). 

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Untersuchungsmethoden

Bei den augenärztlichen Kontrollen werden das Sehvermögen, der pachimetriekorrigierter Augeninnendruck und der Kammerwinkel geprüft. In gewissen Zeitabständen wird der Sehnervkopf untersucht und mittels eines besonderen Messgerätes die Größe Ihres Gesichtsfeldes ausgemessen. Diese Untersuchungen sind vollkommen schmerzlos.

Vorsorgeuntersuchung zur Glaukomfrüherkennung

Die Spectrale optische Cohärenz-Tomographie (SOCT) und die Blau-Gelb-Perimetrie sind sehr sensible Messmethoden zur Glaukomfrüherkennung. Hiermit können Veränderungen am Sehnervenkopf und der Nervenfaserschicht schon lange vor dem Auftreten subjektiv wahrgenommener Gesichtsfeldausfällen festgestellt werden. Somit kann frühestmöglich eine Therapie eingeleitet werden. Diese Untersuchung ist besonders zu empfehlen bei Patienten mit:

  • Glaukom
  • bekanntem Glaukom in der Familie
  • auffälligem Aussehen des Sehnervenkopfes
  • erhöhtem Augeninnendruck ohne Sehnervenveränderung
  • sonstigen Risikofaktoren, wie z.B. Diabetes, Langzeit-Kortison-Behandlung

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Spectrale optische Kohärenztomographie (SOCT)

Pachymetrie

Die Hornhaut ist die oberflächliche, durchsichtige Struktur des Auges, die sich größtenteils aus Kollagenfasern zusammensetzt. Da sie eine individuelle Wölbung und Dicke (im Durchschnitt 0,5mm) aufweist, besitzt sie auch eine individuelle Festigkeit und hat somit einen Einfluss auf das Messergebnis des Augeninnendrucks.

Durch die Bestimmung der individuellen Hornhautdicke (Pachymetrie) kann eine genauere Bestimmung des individuellen Augeninnendruckes erzielt werden. Dies ist daraus abzuleiten, dass der wirkliche Augeninnendruck bei dicken Hornhäuten (> 0,5mm) niedriger und bei dünnen Hornhäuten (< 0,5mm) höher als der gemessene Augeninnendruck ist.

Somit ist Pachymetrie eine wichtige Kontrolluntersuchung, die Zusatzinformationen über die tatsächliche Höhe des Augeninnendruckes liefert.

Wie kann der Grüne Star behandelt werden?

Sollte der Augeninnendruck erhöht sein, so kann dieser durch entsprechende Behandlungen auf ein normales Maß gesenkt werden. Nur so kann eine massive Beeinträchtigung des Sehvermögens verhindert werden. Denn das Sehvermögen, was durch erhöhten Augeninnendruck einmal geschädigt oder verloren gegangen ist, kann durch keine Behandlungsweise wieder hergestellt werden. Es ist ratsam bei der Erkrankung eines Familienmitgliedes auch alle anderen Familienmitglieder frühzeitig und regelmäßig auf die Krankheit untersucht werden.

Behandlung mit Augentropfen

Durch die regelmäßige Anwendung von Augentropfen kann der Grüne Star in den meisten Fällen sehr wirksam behandelt werden. Hierfür existieren zwei Angriffspunkte. Durch das Medikament kann die Bildung des Augenwassers verringert oder sein Abfluss beschleunigt werden. Für eine erfolgreiche Behandlung mit Augentropfen müssen diese nach einem genauen Therapieplan angewendet werden. Da die Wirkung der Augentropfen nur eine gewisse Zeit anhält, muss deren Anwendung täglich, manchmal auch mehrfach, erfolgen. Bei der strikten Befolgung dieser Anweisungen kann der Augeninnendruck auf normale Werte gesenkt und somit ein Schaden am Auge verhindert werden.

Bei manchen Augentropfen kann es zu Beginn der Behandlung zu einem leichten Brennen im Auge oder einer Sehverschlechterung kommen. Ebenso können manche Augentropfen zu einer Verengung der Pupille führen, die den Lichteinfall ins Auge regelt. Die sind jedoch im Großteil der Fälle unbedenkliche Erscheinungen.

Bitte unterbrechen Sie deshalb nie ohne unsere Absprache die Tropfenbehandlung!

Operative Eingriffe

Die Behandlung mit Augentropfen schlägt in bestimmten Fällen nicht ausreichend an. Operative Maßnahmen könne hierbei Hilfe versprechen.

  • Trabekuloplastik mit dem ALT
  • Selektive Laser Trabekuloplastik (SLT) mit dem 532nm-SLT-Laser
  • YAG-Laser Iridotomie mit dem kurzgepulsten 1064nm-Nd:YAG-Laser

Für den Fall, dass weder Augentropfen, noch die verschiedenen Laserverfahren eine ausreichende Senkung des Augeninnendrucks bewirken, kommen chirurgische Glaukomeingriffe (wie Trabekulotomie, Goniotrepanation oder Viskokanalostomie) zum Einsatz.

Augenärztliche Kontrolluntersuchungen bei Grünem Star

Die Kontrolluntersuchungen sind erforderlich, um zu bestimmen, wie die verordneten Augentropfen wirken und in welchem zeitlichen Abstand Sie diese anwenden sollten.

Regelmäßige Kontrollen der verschiedenen Parameter unter fachärztlicher Betreuung ist der sicherste Weg zur erfolgreichen Erkennung und Behandlung des Grünen Stars. Halten Sie daher unbedingt die Kontrolltermine ein!

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Grauer Star (Katarakt)

Was ist der Graue Star?

Beim Grauen Star kann es durch die verminderte Nährstoffaufnahme im Alter zu einem langsamen, schmerzlosen Verlust der Transparenz der Linse kommen. Diese Veränderung vollzieht sich im Großteil der Fälle sehr langsam im Laufe von Jahren.

Die Trübung der Linse führt zu einer vermehrten Streuung und Absorption der einfallenden Lichtstrahlen, so dass kein klares Bild mehr entstehen kann. Beim Krankheitsbild des Grauen Stars ist die Funktionalität der Linse so stark beeinträchtigt, dass sie ihre Fähigkeit zur Akkommodation (Scharfstellvermögen für Nähe und Ferne) verliert. 

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Beispiele

Wie macht sich der Graue Star bemerkbar?

Zu den typischen Symptomen des Grauen Stars zählen:

  • unscharfes Sehvermögen
  • erhöhte Blendempfindlichkeit
  • Doppelbildeindrücke
  • veränderte Farbwahrnehmung

Welche Ursachen hat der Graue Star?

Als die häufigste Ursache des Grauen Stars gilt der natürliche Alterungsprozess der Augenlinse. Die ursprünglich klare Linse trübt sich mit zunehmendem Alter ein. Der so genannte Altersstar tritt für gewöhnlich nach dem 60. oder 70. Lebensjahr auf.

Als weitere Ursachen des Grauen Stars gelten Verletzungen, wie auch schwere Entzündungen des Augeninneren, Stoffwechselerkrankungen (z.B. Zuckerkrankheit) oder Medikamente (z.B. Cortison).

Eine hohe UV- und Wärmebelastung kann ebenso zur frühzeitigen Erkrankung mit Grauem Star führen. Nur in seltenen Fällen z.B. bei der Rötelnembryopathie ist der Graue Star angeboren (Cataracta congenita).

Wie kann der Graue Star behandelt werden?

Für die Behandlung des Grauen Stars existiert keine medikamentöse Therapie. Auch durch eine Brille kann das eingedämmte Sehvermögen nicht wieder hergestellt werden. Hingegen kann durch eine Sonnenbrille die erhöhte Lichtempfindlichkeit etwas gemildert werden.

Kataraktoperation

Um den Grauen Star bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf zu beseitigen, muss eine Kataraktoperation durchgeführt werden. Dabei wird die natürliche getrübte Linse entfernt und durch eine Kunststofflinse ersetzt.

Die Biometrie

Um die Stärke der zu implantierenden Kunstlinse zu berechnen, wird vor der Kataraktoperation die Ultraschall-Biometrie durchgeführt. Bei dieser Messung wird eine Ultraschallsonde ganz kurz auf die Oberfläche des Auges aufgesetzt. Hierfür wird das Auge örtlich mit Augentropfen betäubt. Durchschnittlich werden 10 Messungen aufgenommen, aus deren Mittelwert die Stärke der Kunstlinse ermittelt wird.

Noch genauer ist die hier durchgeführte optische Biometrie zur Ermittlung der Parameter für Ihre individuelle Kunstlinse.

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Uveitis

Hierbei handelt es sich um komplexe akute oder chronische Entzündungen der Aderhaut, Regenbogenhaut und/oder des Ziliarkörpers. Die Uveitis zeigt sich häufig in Verbindung mit immunologisch-rheumatischen Krankheitsbildern.

Ursachen

Die Ursachen sind komplexer Art, meist kombiniert mit Viren-, Bakterien- oder auch System-Erkrankungen. Uveitis kann sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen jeden Alters auftreten.

Symptome und Folgen

Zunächst machen sich ein vermehrter Tränenfluss und eine starke Augenrötung bemerkbar. Danach kann eine erhöhte Blendempfindlichkeit, eine Sehverschlechterung und ein tiefer bohrender Augenschmerz auftreten.Die Folgen sind eine vorübergehende bis massive Einschränkung des Sehvermögens, Linsentrübungen, Augeninnendruckerhöhungen oder auch Makulaveränderungen.

Diagnose

Biomikroskopische Vorderabschnittsuntersuchungen an der Spaltlampe und verschiedene Arten der Augenhintergrund-Untersuchung ermöglichen bereits eine grobe Einordnung des Krankheitsbildes. In den meisten Fällen sind zusätzliche allgemeinmedizinische Untersuchungen (z.B. von Gelenken, Haut, Schilddrüse, Lunge, Darm und Nieren) ebenso erforderlich wie die Erhebung von Laborparametern (z.B. auf Tuberkulose, Lues, Toxoplasmose, Kollagenosen, dazu bestimmte Antikörper, ACE und HLA B 27), die je nach Ergebnis um Untersuchungen auf Viren, Pilze, andere Parasiten etc. erweitert werden.

Behandlung

Kann eine infektiöse Ursache für die Uveitis ausgemacht werden, wird spezifisch, z.B. mit einem Antibiotikum, behandelt und durch gleichzeitige lokale Verabreichung von Cortison die Entzündungsreaktion reduziert. Besteht die Gefahr von Verklebungen der Regenbogenhaut, wird die Pupille rechtzeitig und ausreichend lange medikamentös weitgestellt. Bei einer Augeninnendruck-Erhöhung werden zusätzlich drucksenkende Tropfen oder Tabletten gegeben.

Links

Augenklinik des Universitätsklinikums Heidelberg

Augenklinik des Universitätsklinikums Tübingen

Deutsche Uveitis Arbeitsgemeinschaft e.V.

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Keratokonus

Der Keratokonus ist eine angeborene Erkrankung der Hornhaut des Auges und gehört in die große Gruppe der Hornhautdystrophien. Charakterisiert ist die Erkrankung durch eine veränderte Struktur des Hornhautgewebes mit dadurch bedingter Verdünnung und kegelförmiger Vorwölbung der zunächst unteren, später auch der zentralen Hornhautanteile. Der Keratokonus tritt zumeist beidseits auf, häufig jedoch mit einer asymmetrischen Ausprägung. Erste Symptome stellen sich vorwiegend mit der Pubertät und im jungen Erwachsenenalter ein. Die Patienten bemerken zumeist eine zunehmende Sehverschlechterung bzw. es fällt eine fortschreitende Kurzsichtigkeit mit deutlicher Zunahme der Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) auf. 

Diagnose

Hinweise auf einen Keratokonus geben in der Anamnese die häufige Änderung der Brillenstärke. Bei der Untersuchung der Augen unter mikroskopischer Vergrößerung sind an der Hornhaut spezifische, für die Erkrankung typische Veränderungen zu sehen. Es zeigt sich eine Konusspitze und es sind vermehrte Eisenablagerungen aus dem Tränenfilmund zu finden. Es können Trübungen des Hornhautgewebes, durch vermehrten Wassereinstrom auftreten. In fortgeschrittenen Fällen kann man auch ohne Hilfsmittel die deutlich kegelförmige Vorwölbung der Hornhaut beobachten. Apparative Hilfsmittel, wie die Hornhaut-Topographie dienen in frühen Fällen zur Diagnosesicherung. In der Verlaufskontrolle dient diese Untersuchung zur Abschätzung einer möglichen Progredienz.

Behandlung

Eine Heilung im idealen Sinne gibt es nicht, da die Erkrankung ja quasi "in unseren Genen steckt". Jedoch ist jederzeit ein spontaner Stillstand möglich. Für die voranschreitenden Fälle können formstabile (harte) Kontaktlinsen die Sehleistung verbessern, sie können jedoch den Krankheitsprozess nicht aufhalten. Noch vor wenigen Jahren blieb in fortgeschrittenen Fällen als einzige Therapieoption nur eine Hornhautübertragung (Hornhauttransplantation = perforierende Keratoplastik) um bei deutlicher Sehverschlechterung eine Verbesserung das Sehvermögen zu erzielen. In jüngster Zeit wird an einigen Augenkliniken in der Anfangsphase der Erkrankung ein Verfahren der Hornhautvernetzung angewandt. Die Kollagenvernetzung mit Riboflavin und UVA-Licht zur Behandlung des Keratokonus beruht auf einer signifikanten Verfestigung des Hornhautstromas durch eine photochemische Vernetzung der Kollagenfasern der Hornhaut.

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Keratokonus
Keratokonus
Hornhauttransplantation (Keratoplastik)

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