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Brillen

Wie kann die Fehlsichtigkeit korrigiert werden? 

Eine Korrektion kann mit entsprechenden Brillengläsern erfolgen.Bei der Kurzsichtigkeit geschieht dies durch eine vorgesetzte Zerstreuungslinse, deren Korrekturwert in "minus" Dioptrien angegeben wird (z.B. -5,75 dpt). Durch die optische Korrektur erfolgt eine Reduktion der Brechkraft des Auges. Damit verschiebt sich der Brennpunkt nach hinten auf die Netzhaut.Bei Weitsichtigen Patienten erfolgt die optische Korrektur durch eine Sammellinse, deren Korrekturwert in "plus" Dioptrien angegeben wird (z.B. +3,5 dpt). Es erfolgt das Erhöhen der Brechkraft des optischen Systems, also bildlich durch das Verschieben des Brennpunktes nach vorne auf die Netzhaut.Der optische Ausgleich einer Hornhautverkrümmung erfolgt durch den Ausgleich der unterschiedlichen Wölbung, so dass sich wieder alle Lichtstrahlen in einem Brennpunkt treffen. Bei der Brille erfolgt dies durch das so genannte Zylinderglas, dessen Lage vor dem Auge eine genau definierte Richtung haben muss. Deshalb wird der Korrekturwert bei Brillen oder Kontaktlinsen mit dem Wert des Zylinders in Dioptrien und die Lage der Zylinderachse in Winkelgraden angegeben (z.B. Zyl. -1,5 dpt., Achse 0°).

Wie kann die Alterssichtigkeit korrigiert werden? 

Lesebrille

Um nah gelegenen Gegenstände wieder deutlich sehen zu können, benötigen alterssichtige Patienten eine Lesebrille. Die Stärke der Lesebrille wird für eine bestimmte Entfernung optimiert. Ideal ist eine solche Brille für geringe Nahstärken und für Patienten, die in der Ferne keine Brille benötigen.

Bifokalbrille

Bei Patienten, die auch in der Ferne eine Brille benötigen, kann in den unteren Teil des Brillenglases ein zusätzliches Glas eingeschliffen werden, welches das Sehen in der Nähe ermöglicht. Mit einer so genannten Doppelbrille (Bifokalbrille) ist es möglich sowohl in der Ferne als auch in der Nähe in einer bestimmten Entfernung scharf zu sehen. Jedoch ist der dazwischen liegende Bereich (ca. in 1 bis 2 Meter Entfernung) oftmals undeutlich. Zwischen dem Fern- und Nahbereich befindet sich eine Trennkante und somit ein sehr harter Übergang.

Gleitsichtbrille

Gleitsichtgläser sind eine modernere Alternative zu Bifokalgläsern. Sie sind so geschliffen, dass ein weicher und fließender Übergang zwischen Ferne und Nähe geschaffen wird. Gleitsichtgläser wurden für das Sehen in der Ferne, in der Nähe und für die Bereiche dazwischen entwickelt. An das neue Sehempfinden durch Gleitsichtgläser muss man sich in der Regel erst gewöhnen. Anfänglich kann dies mit einem leichten Schwindel verbunden sein.

Warum ist der richtige Lichtschutz so wichtig?

In den letzten 50 Jahren hat sich die Lichtbelastung unserer Augen erheblich verstärkt. Die wesentlichen Ursachen sind:

  • Stark erhöhte Lebensdauer.
  • Verlängerter Aufenthalt im Freien (meist ohne abschirmende Kopfbedeckung) vor allem am Meer, in südlichen Ländern und im Hochgebirge.
  • Wesentlich intensiveres und weißeres (höherer Blauanteil!) Licht in Büros, öffentlichen Gebäuden und Privaträumen.

Diese Faktoren erhöhen vor allem das Risiko zweier Augenerkrankungen durch Langzeitlichtschäden:

  • Grauer Star
  • Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Was muss beim Kauf einer Lichtschutzbrille beachtet werden?

In Europa reicht „100% UV-Schutz“ nach EU-Norm 1836 nur bis 380 nm, Blauschutz ist nicht vorgesehen. Entscheidend ist aber der „UV–400“ Schutz, um die Augenlinse und Netzhaut vor Schäden zu bewahren. Überprüfen Sie bitte Ihrer Lichtschutzbrille, die gewünschten Werte sind beim bloßen Durchschauen nicht zu erkennen. Viele Optiker können die Transmission ihrer Lichtschutzgläser messen. 

Folgende Eigenschaften sollte ein gutes Lichtschutzglas besitzen:

  • Angenehm warmer Farbton
  • Hohe Farbkontraste auch bei diffusem Licht
  • Erhöhte Sehschärfe
  • Reduktion der Blendung
  • Verkehrstauglich am Tage

Was sind Kantenfilter?

Kantenfilter werden als Hilfsmittel bei der Versorgung Sehbehinderter vor allem zur Verbesserung des Kontrastsehens verwendet. Die Steigerung des Kontrastsehens wird durch die Minimierung des Streulichtanteils im Auge und die Verringerung von Blendung erklärt. Die Minimierung des Streulichtanteils wird durch Absorption des ultravioletten Lichtes und bestimmter Blauanteile aus dem Spektralbereich der sichtbaren Strahlung erreicht. Die Wirkung der Filter ist individuell verschieden und muss daher auch immer ausprobiert werden.

Bei einigen Erkrankungen liegt eine medizinische Indikation vor und Kantenfiltergläser können verordnet werden. Beispiele sind hierbei: 

  • Iriskolobom
  • Aniridie
  • Albinismus
  • Achromatopsie (totale Farbenblindheit)
  • Netzhaut-Degenerationen wie Retinopathia pigmentosa, Maculadystrophie (Morbus Stargardt) oder Maculapathien

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Kontaktlinsen

Sie interessieren sich gerade für Kontaktlinsen oder haben sich bereits für Kontaktlinsen entschieden, dieses unsichtbare High-Tech-Produkt auszuprobieren. Mehr als zwei Millionen Menschen in Deutschland schätzen täglich die Vorteile von Kontaktlinsen gegenüber anderen Sehhilfen. Nahezu jeder kann Kontaktlinsen tragen. Die Vielfalt der Kontaktlinsentypen erlaubt eine individuelle Versorgung fast aller, die eine Sehkorrektur benötigen.Kontaktlinsen können die häufigsten Fehlsichtigkeiten wie Weitsichtigkeit, Kurzsichtigkeit, Hornhautverkrümmungen und die Altersweitsichtigkeit optisch versorgen. Ihr Kontaktlinsenspezialist kann aber auch spezielle Kontaktlinsen anpassen, wenn eine medizinische Indikation vorliegt. Hierzu zählen zum Beispiel die Versorgung mit Keratokonuskontaktlinsen oder handgemalte Iriskontaktlinsen.

Welche Kontaktlinsentypen gibt es?

Kontaktlinsen werden aus verschiedenen Kunststoffen hergestellt. Es gibt formstabile Kontaktlinsen, im allgemeinen Sprachgebrauch "Harte Kontaktlinsen" genannt werden und es gibt flexible Kontaktlinsen auch "Weiche Kontaktlinsen" genannt. Die weichen Kontaktlinsen wiederum unterscheiden sich in ihrem Wasseraufnahmevermögen und damit in ihrer Durchlässigkeit für Sauerstoff. Es gibt Kontaktlinsen mit hohem oder niederem Wassergehalt. Bei den weichen Kontaktlinsen kann man zusätzlich in individuelle Jahreskontaktlinsen und Austauschsysteme unterscheiden. Die eingeschränkte Parameterwahl bei der Anpassung von Austauschsystemen zeigt in einigen Fällen, kein akzeptables Sitzverhalten. Die Anpassung standardisierter Produkte ist oftmals ein Kompromiss. Dies kann zu Komplikationen und somit zu höheren Aussteigerraten führen. Eine individuelle Anpassung verspricht daher ein langes unproblematisches Kontaktlinsentragen.

Welche Kontaktlinse ist die richtige?

Wenn Sie sich für Kontaktlinsen interessieren und einen Termin bei Ihrem Augenarzt oder Kontaktlinsenspezialisten vereinbart haben, dann sollten Sie genügend Zeit für die Anpassung mitbringen. Sie müssen für das Beratungsgespräch, die Untersuchung und Anpassung sowie das Probetragen ca. 1-2 Stunden Zeit einrechnen. Der Kontaktlinsenspezialist wird Sie über die verschiedenen Kontaktlinsenmaterialien und Kontaktlinsentypen informieren und Ihnen nach einer gründlichen Untersuchung der Augen die speziell für Sie geeigneten Linsen empfehlen.Für die Auswahl einer geeigneten Kontaktlinse sollten Sie folgende Faktoren zu berücksichtigen: 

  • die Beschaffenheit der Augen, 
  • die Sehschwäche, 
  • die Situation oder der Tragezeitraum, in der die Sehhilfen getragen werden sollen
  • der Verwendungszweck der Kontaktlinsen z.B. nur beim Sport oder täglich von frühmorgens bis spät in die Nacht

Wie werden Kontaktlinsen gepflegt?

Damit Sie Ihre Kontaktlinsen sehr gut vertragen, müssen diese regelmäßig gereinigt werden. Saubere Kontaktlinsen sind nicht nur Linsen, die oberflächlich von Schmutzpartikeln aus der Umwelt oder von Stoffen aus dem Tränenfilm befreit sind, sondern auch Kontaktlinsen, die frei von krankheitserregenden Keimen sind. Deshalb muss jeder Kontaktlinsenträger seine Kontaktlinsen jedes Mal nach dem Absetzen vom Auge in eine geeignete frische Desinfektionslösung geben. Ablagerungen, die durch unzureichende Kontaktlinsenhygiene entstehen, sind die häufigste Ursache für Unverträglichkeiten von Kontaktlinsen.

Warum sind regelmäßige Kontrollen beim Kontaktlinsenspezialisten so wichtig?

Gut angepasste und verträgliche Kontaktlinsen sind die Voraussetzung für ein beschwerdefreies gutes Sehen. Damit Sie immer sicher sind, dass Ihre Augen auch gesund bleiben, sind regelmäßige Kontaktlinsen-Kontrollen beim Augenarzt und Kontaktlinsenspezialisten unbedingt nötig. Bei diesen Nachuntersuchungen werden Veränderungen rechtzeitig erkannt und gegebenenfalls behandelt. Mit bloßem Auge können z.B. Proteinablagerungen auf der Kontaktlinsenoberfläche nicht erkannt werden. Es kommt auch vor, dass Kontaktlinsenträger ihre Linsen subjektiv für verträglich halten und deshalb die vereinbarten Kontrolltermine nicht wahrnehmen. Dann können unerkannte Veränderungen fortschreiten mit dem Ergebnis, dass Linsenträger nach einem längeren Zeitraum ihre Linsen nicht mehr vertragen. Sie werden - völlig unnötig - zu unzufriedenen Kontaktlinsenaussteigern. Auch aus diesem Grunde sind Nachkontrollen wichtig. Wenn Ihnen nichts anderes empfohlen wird, gilt die Faustregel: Sie sollten bei weichen Kontaktlinsen alle 4 Monate und bei harten Kontaktlinsen zweimal im Jahr Ihren Kontaktlinsenspezialisten oder Augenarzt aufsuchen.

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Vergrößernde Sehhilfen

Mit Hilfe von Brillen und Kontaktlinsen können fehlerhafte Augenbrechwerte ausgeglichen werden. Bei Beeinträchtigungen der Sehschärfe, die durch Funktionsausfälle z.B. im Bereich der Netzhaut oder des Sehnervs entstanden sind, kann man mit herkömmlichen Brillen keine Verbesserung erzielen. Einmal zerstörte Sinneszellen und Sehnervenfasern können durch kein Medikament und keine Operation wiederhergestellt werden. Allerdings gibt es eine Reihe spezieller optischer und elektronischer Hilfsmittel, die den betroffenen Patienten Abhilfe versprechen. 

Was können vergrößernden Sehhilfen bewirken?

Die Vergrößerung der betrachteten Objekte (Schriftzeichen, Fernsehbild etc.) kann hauptsächlich dann eine große Erleichterung bedeuten, wenn die zentrale Sehschärfe herabgesetzt ist. Die Reduzierung der zentralen Sehschärfe kann infolge krankhafter Veränderungen der Netzhautmitte (Makula), z.B. bei der Makuladegeneration erfolgen. Hierbei kommt es zu Bildausfällen und erheblichen Beeinträchtigungen der Sehschärfe. Dies ist besonders störend bei Dingen, die man fixieren muss, wie zum Beispiel beim Lesen. Vergrößernde Sehhilfen (insbesondere Lesegeräte) können dabei erfolgreich eingesetzt werden, wenn im zentralen Netzhautbereich genügend intakte Inseln liegen, so dass beispielsweise eine vergrößerte Schriftzeile zusammenhängend erkannt werden kann. Den meisten Patienten bereitet der Umgang mit vergrößernden Sehhilfen anfangs Probleme. Je stärker die Vergrößerung sein muss, desto mehr Geduld erfordert die Umstellung vom Betroffenen. Denn in dem Maße, wie die Schrift größer wird, verkleinert sich der Textausschnitt, den man auf einen Blick erfassen kann. Auch der oftmals erheblich geringere Leseabstand ist zunächst gewöhnungsbedürftig. Durch etwas Übung und einen festen Willen lassen sich diese Schwierigkeiten jedoch recht schnell überwinden. 

Welche vergrößernden Sehhilfen gibt es?

Anhand der Sehschärfe des jeweiligen Patienten kann die Vergrößerung abgeleitet werden, die er für den Nahbereich benötigt. Je geringer die Sehschärfe ist, desto größer muss die Vergrößerung sein. Zur Vergrößerung können die folgenden Hilfsmittel eingesetzt werden. 

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Leselupen (Vergrößerung: 2- bis 12fach)

Leselupen sind geeignet, um beispielsweise eine Zeitungsspalte noch mit einem Blick erfassen zu können oder einen Kontoauszug ohne fremde Hilfe zu lesen. Leselupen sind meist mit einer Lampe versehen. Da man oftmals auf beide Hände angewiesen ist, gibt es auch spezielle Kopf- und Umhängelupen. Außerdem gibt es Lupen auf einem schwenkbaren Stativ, damit z.B. Handarbeiten weiterhin ungehindert ausgeübt werden können. 

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Handlupen

Lupenbrillen (Vergrößerung: 2- bis 12fach)

Hierbei handelt es sich um Lupen in Form einer Brille, wodurch ein beidhändiges Arbeiten möglich ist. Allerdings muss ein geringer Arbeitsabstand in Kauf genommen werden. Bereits ab 2-facher Vergrößerung ist nur noch einäugiges Sehen möglich.

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Prismatische Lupenbrillen

Fernrohr-Lupenbrillen (Vergrößerung: 2- bis 12fach)

Fernrohr-Lupenbrillen bieten sich ebenfalls für das Arbeiten in der Nähe an, allerdings mit größerem Arbeitsabstand als bei der Lupenbrille. Im Nahbereich ist eine bis zu 12-fache Vergrößerung möglich. Für den Fernbereich eine bis zu 4-fache Vergrößerung. Eine höhere Vergrößerung kann mittels monokularen Fernrohren erreicht werden.

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Fernrohrlupenbrille

Bildschirm-Lesegeräte(Vergrößerung: 5- bis 60fach)

Bildschirm-Lesegeräte können einen Text in bis zu 60-facher Vergrößerung wiedergeben. Dabei wird der Textabschnitt mit Hilfe einer Kamera auf einen Bildschirm projiziert. Bildschirm-Lesegeräte sind geeignet, um beispielsweise Bücher oder Zeitungen zu Hause lesen zu können. Die Benutzung eines solchen Gerätes muss von Patienten erlernt werden und es ist eine Gewöhnung an den sehr kleinen Textausschnitt nötig. Mittlerweile gibt es bereits handliche elektronische Sehhilfen für unterwegs.

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Bildschirmlesegerät

Beleuchtung

Bei der Versorgung sehbehinderter Menschen mit vergrößernden Sehhilfen ist die Beleuchtung mindestens genauso wichtig wie die Sehhilfe selbst. Eine sehr gute und richtige Beleuchtung des Lesegutes kann zu einer verbesserten Sehleistung führt. Durch die Optimierung der Beleuchtung kann der sonst erforderliche Vergrößerungsbedarf reduziert werden.Für die Auswahl des richtigen Lichtes muss der Sehbehinderte die Beleuchtung selbst ausprobieren. In manchen Fällen kann der Sehbehinderte mit Licht, welches mehr Blauanteile enthält, besser sehen, als mit einem Licht, dass mehr Rotanteile enthält.Es hängt davon ab, wie und in wieweit die Farbrezeptoren auf der Netzhaut durch eine Augenerkrankung beeinflusst sind. Eine gute Beleuchtung, die im Bereich ,,Low Vision" zur Anwendung kommt, sollte daher folgende Kriterien erfüllen: 

  • große Helligkeit, gute und gleichmäßige Ausleuchtung
  • verschiedene Lichtfarben zur individuellen Kontraststeigerung
  • keine große Wärmeentwicklung (kann sonst zu Ermüdungserscheinungen führen)
  • energiesparend
  • flimmerfreies Licht

Im Schweizer Lampenprogramm sind solche Lampen ausgewählt, die sich besonders für Sehbehinderte eignen.

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Beispiel für eine leistungsstarke Klapplampe von Schweizer Optik

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