Sehschule

Wir lernen Sehen, so wie wir beispielsweise Laufen lernen, durch ständiges Üben. Allerdings beginnt das Seh-Training sehr viel früher, nämlich vom ersten „Augenblick“ an. Das Sehen entwickelt sich besonders rasant in den ersten beiden Lebensjahren. Neugeborene sehen zunächst noch sehr unscharf. Mit dem Wachstum der Augen steigt die Sehschärfe. Damit sie sich in beiden Augen gleich gut entwickelt, müssen diese organisch gesund sein.

Nur wenn tief im Inneren auf der Netzhaut beider Augen ein gleichermaßen scharfes Bild entsteht, kann sich das beidäugige Sehen voll entwickeln. Der Zeitraum für diesen Lernprozess ist begrenzt. Versäumtes lässt sich nur innerhalb der ersten Lebensjahre nachholen, denn die Fähigkeit dazu verringert sich von Jahr zu Jahr – je nach Art der Störung sogar von Monat zu Monat. Schon allein deshalb muss bei dem geringsten Verdacht, dass mit den Augen des Babys etwas nicht stimmt, ein Augenarzt zu Rate gezogen werden.

Aber auch wenn die Sehleistung, die Augenbeweglichkeit und die Orientierung der Kinder in Ordnung zu sein scheint, können Babys und Kinder fehlsichtig sein. Das Risiko, dass der Fehler nicht auffällt, ist vor allem bei einseitigen Sehschwächen sehr groß.


Um lebenslange, nicht mehr wiedergutzumachende Seheinbußen zu vermeiden sollten die meisten Fehlsichtigkeiten spätestens im zweiten oder dritten Lebensjahr erkannt und behandelt werden.

Erfolgreiche Behandlung durch Früherkennung

Empfehlung: Augenärztliche Untersuchung zwischen 6. und 12. Lebensmonat bei familiärer Veranlagung, jedoch spätestens im Alter von 2 Jahren.

Amblyopievorsorge (Erkennung von Fehlsichtigkeit und Sehschwäche)

Die Augen Ihrer Kinder sind unser Anliegen. Statistisch gesehen findet sich bei jedem 20. von uns eine einseitige Sehschwäche, also gar nicht so selten. Bei frühzeitiger Entdeckung im Kindesalter können weit über 90% dieser Sehschwächen erfolgreich behandelt werden.

Aus diesem Grund gibt es beim Kinderarzt Vorsorgeuntersuchungen, bei denen die Sehschärfe getestet wird.

Bei der Amblyopie handelt es sich um eine Funktionsstörung in Form einer Sehschärfenminderung von Augen, die als Organ gesund sind. Sehr häufig findet sich eine Amblyopie beim Schielen (in ca. 70% der Fälle), wenn immer nur ein Auge von der Geradeaus-Richtung abweicht und es am scharfen Sehen nicht teilnimmt. Je früher eine Amblyopie erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten.

Augenarzt und Orthoptistin prüfen bei der Amblyopievorsorge die Sehschärfe. Untersucht wird, ob ein Schielen vorliegt und wie gut die Augen zusammenarbeiten. Einige optische Fehler lassen sich schon bei enger Pupille entdecken, viel genauer ist aber die Messung des optischen Brechungszustandes der Augen mit erweiterten Pupillen – eine Untersuchung die wegen der Tropfengabe nur der Augenarzt durchführen darf. Dabei untersucht er auch alle Augenabschnitte genau auf Erkrankungen oder Fehlbildungen, die eine normale Sehschärfenentwicklung verhindern.

Schielen

Das Schielen gehört zu den häufigsten Augenfehlern, die bei Kindern im jungen Alter auftreten können. Dabei handelt es sich nicht nur um einen „Schönheitsfehler“, sondern um eine ernstzunehmende Augenkrankheit. Schielen kann sich als immer wieder einmal auftretende bis beständige Fehlstellung des Auges äußern.

Was ist Schielen?

Zwei gesunde Augen liefern zwei deckungsgleiche Bilder vom angeblickten Objekt. Dadurch können Entfernungen von Objekten erkannt werden. Bei einem Augenpaar, bei dem ein oder beide Augen eine Fehlstellung aufweisen, ist dies nicht der Fall. Es entstehen Doppelbilder und die Fähigkeit des räumlichen Sehens kann nicht entwickelt werden.
Bei Säuglingen ist in den ersten 3 Monaten ein Schielen häufig vorhanden. Ab dem 6. Lebensmonat darf kein Schielen mehr auftreten. Sollten Sie beunruhigt sein, sprechen Sie einfach mit Ihrem Augenarzt.

Erste Anzeichen

Eine einseitige Sehschwäche, ohne dass das Kind schielt, kann man bei kleinen Kindern nicht erkennen. Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt geben meist nur wenig Aufschluss, da hier entsprechende technische Untersuchungsmöglichkeiten für die Augen fehlen. Es gibt allerdings Merkmale, die auf ein eingetretenes oder drohendes Schielen hinweisen.

  • Lichtempfindlichkeit
  • Augentränen
  • Zukneifen eines Auges
  • Verstimmung und Reizbarkeit
  • Chronische Lidrandentzündungen
  • Schiefe Kopfhaltung
  • Ungeschickte Bewegungen

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose und Behandlung sollte so früh wie möglich erfolgen. Eine Langzeitschädigung des Auges kann so vermieden werden. Andernfalls bleibt die Augenfehlstellung ein Leben lang und das betroffene Auge wird sehschwach.

Zusätzlich empfehlen wir regelmäßige augenärztliche Untersuchungen. Abhängig vom Alter des Kindes ist der Augenarzt nicht auf dessen Mithilfe angewiesen. Wird jedoch eine Fehlstellung der Augen festgestellt, so ist nicht nur die Mithilfe des Kindes sondern auch die der Eltern bei der Umsetzung der Behandlung äußerst wichtig.

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